Wasser sparen im Wasserkreislauf zu Hause

Wie hoch ist der Wasserverbrauch der Waschmaschine und der Wasserverbrauch beim Duschen? Was ist eigentlich virtuelles Wasser? Und wie wirkt sich alles auf unseren Wasser Fußabdruck aus?

Wasser ist die Grundlage für viele lebenswichtige Kreisläufe auf unserem Planeten. Für uns Menschen als Trinkwasser, bei dem Anbau und der Produktion von Lebensmitteln, für die Lebensfähigkeit der Tiere, für Geologie und Klima auf der Erde und viele weitere Aspekte.

Auch wenn über 2/3 der Gesamtfläche der Erde mit Wasser bedeckt sind, ist der Anteil an Süßwasser deutlich geringer. Schätzungen zufolge liegt er zwischen 2,6 und 3,5 Prozent.
Ein Großteil davon ist aber nicht zugänglich, da das Wasser an den Polen als Eis vorkommt oder unter der Erdoberfläche. Weniger als 1 Prozent des Süßwassers sind über Seen, Flüsse, Meermündungen, Feuchtgebiete und andere Orte zugänglich. Das sind in etwa 213 Tausend Kubikkilometer Süßwasser.

Rein rechnerisch stehen daher jedem Menschen am Tag zirka 78.668 Liter Wasser zur Verfügung. Je nachdem, wo die Menschen leben und welche täglichen Aktivitäten sie unternehmen, brauchen sie zwischen 50 und 100 Litern an Wasser zur täglichen Hygiene und zum Konsum. Der Anbau von Nahrungsmitteln ist darin nicht enthalten.

786 Tage würde also der weltweite Süßwasservorrat für alle Menschen ausreichen. Etwas über zwei Jahre. Neben uns gibt es noch zirka 125.000 Süßwasserspezies, es sind zirka 10 Prozent aller Tiere und 45 Prozent aller Fische. Gerade wegen dieses Süßwassermangels, ist nicht nur unser Wasserkreislauf so bedeutend, sondern auch entscheidend, wieviel Wasser wir verbrauchen und vor allem wie sehr wir es verschmutzen.

Gesundes Wasser

Das die Menschheit dennoch ausreichen Trinkwasser hat, liegt an unserem Wasserkreislauf. Sehr vereinfacht beschrieben läuft dieser Prozess folgendermaßen ab: Das salzige Meerwasser verdunstet durch die Sonneneinstrahlung. Dabei bleibt das Salz im Meer und das Wasser steigt als Gas in die Geosphäre. Dort kommt es zur Wolkenbildung. Die Wolken gelangen durch den Wind an Land und durch Temperaturunterschiede lösen sie sich auf und das Wasser fällt Regen auf das Land oder die Gewässer. Dort gelangt der Regen auch ins Grundwasser. Das Wasser auf dem Planeten verschwindet also nie. Es ändert nur seinen Zustand.

Dennoch, gesundes und sauberes Wasser ist nicht überall vorhanden. Der Zugang zu sauberem Frischwasser ist sehr vielen Menschen verwehrt. Nur 40 Prozent der Weltbevölkerung haben Zugang zu sauberen sanitären Dienstleistungen, die Krankheiten verhindern und 800 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu Trinkwasser innerhalb von 15 Minuten Entfernung zu ihrem Haus.

Dies liegt einerseits an den klimatischen Unterschieden in einzelnen Regionen, sondern auch an dem Grad der Verschmutzung des vorhandenen Süßwassers und der Böden, in die das Regenwasser sickert. Und für beides sind wir täglich mit verantwortlich. Wir können beeinflussen wie sich die Wasserknappheit und Wasserqualität verändert.

Die Nutzung des Wassers in Europa

70 Prozent des Wasserverbrauchs entfällt auf die Landwirtschaft, 19 Prozent auf die Industrie und 12 Prozent des Wasser verbrauchen wir in unseren Haushalten. Wir selbst können also zum Wasser sparen einen wichtigen Beitrag leisten.

In Haushalt

Pro Kopf verbrauchte ein Schweizer in 2016 250 Kubikmeter Wasser im Jahr oder 685 Litern pro Schweizer pro Tag. Der Wasserverbrauch im Haushalt teilt sich natürlich unterschiedliche auf zwischen dem Wasserverbrauch der Waschmaschine, dem Wasserverbrauch beim Duschen und Baden und dem Wasserverbrauch bei anderen Aktivitäten im Haushalt.

Wasserverbrauch der Waschmaschine


Eine Waschmaschine verbraucht unterschiedlich viel Wasser. Meist hängt dies damit zusammen, wie alt die Maschine ist. Aber auch bei neueren Geräten kann der Verbrauch unterschiedlich hoch sein. Hier eine Übersicht des Verbrauchs je nach Alter der Maschine.

Alter Waschmaschine und Wasserverbrauch im Durchschnitt pro Waschgang
30 Jahre 180 Liter
25 Jahre 158 Liter
20 Jahre 134 Liter
15 Jahre 111 Liter
10 Jahre 84 Liter
8 Jahre 76 Liter
5 Jahre 66 Liter
neu 49 Liter

Nach einer Umfrage der Stiftung Warentest, waschen die meisten Menschen 1-2x pro Woche aber mehrere Waschgänge hintereinander. Im Mittel sind die Waschmaschinen jünger als 5 Jahre. Im Durchschnitt dürfte also das Wäsche waschen einen Anteil von mindestens 3% an unserem Wasserverbrauch im Haushalt oder 149 Liter ausmachen. Wer mehr verbraucht sollte sich überlegen, wie er Wasser dabei sparen kann.

Wie spare ich Wasser beim Wäsche waschen?

Wenn du etwas Gutes für den Wasserkreislauf tun möchtest, kannst du vor allem die Wäsche sammeln und eine 30 oder 60 Grad Wäsche nur dann anstellen, wenn du auch eine entsprechende Waschladung hast. Je weniger du wäschst, vor allem wenn du noch mit chemischen Waschmitteln unterwegs bist, desto mehr schützt du das Grundwasser. Natürlich solltest du zwischen der Hygiene und der Umwelt abwägen. So wird empfohlen, Duschhandtücher höchsten dreimal zu benutzen, Geschirrtücher alle 2 Tage zu wechseln und Schlafkleidung ebenfalls bereits nach 3 Tagen zu waschen. Bettwäsche hingegen genügt es alle 4 Wochen zu wechseln.

Manche Flecken, die direkt auf frische Kleidung kommen, kannst du natürlich auch erstmal versuchen mit der Hand auszuwaschen, ohne gleich das ganze Kleidungsstück in eine einzelne Wäsche zu geben. Darüber hinaus ist beim Waschen entscheidend, wie sehr die Umwelt belastet wird. Gerade chemische Waschmittel haben einen hohen Einfluss auf die Wasserverschmutzung. Mit einem Bio Waschmittel wie dem EcoEgg bieten wir eine umweltfreundliche Alternative.

Ein weiter Teil unseres täglichen Wasserverbrauches geht auf das Spülen zurück. Eine oft gestellte Frage beim Wasser sparen ist, was ist besser im Wasserverbrauch Geschirrspüler oder Geschirrspülen?

Dazu hat es bereits einige Untersuchungen gegeben. Sie kommen zu dem Schluss, dass es grundsätzlich möglich ist, durch das manuelle Abwaschen weniger Wasser zu verbrauchen.
In den meisten Alltagsfällen, ist aber eine Geschirrspülmaschine sparsamer, sofern sie voll beladen genutzt wird. Du selbst müsstest beim sparsamen Spülen folgendes beachten:

Das schmutzige Geschirr sollte eingeweicht werden, damit die Speisereste nicht antrocknen und auch leichter abzulösen sind. Vorspülen hingegen ist tabu. Es sollte zuerst das weniger schmutzige Geschirr gewaschen werden und im Anschluss die großen Töpfe und Pfannen.

Vor allem das Spülmittel sollte gering dosiert sein, um das Wasser nicht allzusehr zu verschmutzen. Auch hier gilt, weniger Chemie schützt das Grundwasser. Auch solltest du nicht mehr Wasser als nötig einsetzen, um die Teller wieder von der Seife zu befreien.

Spülen ohne Wasser?

Aber ist es vielleicht sogar möglich ohne Wasser zu spülen? Würde man nicht optimal Wasser sparen? Eine Gruppe türkischer Designer hat sich darüber Gedanken gemacht und eine Spülmaschine entwickelt, die mit CO2 die Teller reinigt. Die Herausforderung des Gerätes: es benötigt einen Druck von 74 bar, damit es erfolgreich gelingt. Zum Vergleich: eine übliche Espressomaschine baut einen Druck von 9 bar auf. Vielleicht entwickelt sich die Idee weiter vom Konzept zu einem möglichen Produkt. Eine tolle Idee ist es allemal.

Wasserverbrauch Duschen und Baden

Der größte Teil unseres Wasserverbrauches entfällt für die Körperhygiene. Das es viel Wasser verbraucht eine Badewanne mit 150 Litern zu füllen, dürfte für jeden einfach verständlich sein. Doch wieviel verbraucht eine Dusche?

Das hängt sehr stark von dem Duschkopf ab und wie hoch der Durchfluss ist. Ein sparsamer Duschkopf oder Sparduschkopf verbraucht nur 6 Liter Wasser pro Minute, ein gewöhnlicher Duschkopf 12 bis 15 Liter oder sogar mehr. Schnell wird klar, je nachdem wie lange wir duschen, ist auch der Wasserverbrauch höher.

Wer 6 Minuten täglich unter der Dusche steht, verbraucht 36 Liter Wasser bei einem guten Duschkopf. Wer 10 Minuten duscht mit einem schlechten Duschkopf, kann auch gleich ein Bad nehmen, denn es verbraucht genauso viel Wasser.

Aber: Müssen wir eigentlich täglich duschen? Meist genügt es nach Aussagen von Mediziner sich nur alle zwei bis drei Tage zu duschen. Es ist gesünder für unsere Haut, die tägliche Reinigung kann an den anderen Tagen mit dem Waschlappen vorgenommen werden. Doch selbstverständlich spielen viele soziale Aspekte damit rein. So ist es für die meisten von uns, einfacher, vielleicht täglich zu duschen. Am Besten aber kürzer und mit einem wassersparenden Duschkopf. Der Umwelt ist damit schon deutlich geholfen.

Wasserverbrauch Toilettenspülung

Sehr, sehr hoch ist auch der Wasserverbrauch der Toilettennutzung. Während ältere Toiletten bis zu 9 Liter pro Spülung verbrauchen, lässt sich der Verbrauch um bis zu 2/3 mit modernen Spülungen verringern. Großes Potenzial zum Wasser sparen findet sich also hier. Besonders nachhaltig ist es, nicht mit sauberen Süßwasser zu spülen. In sehr modernen Häusern, wird zum Teil bereits mit dem Abwasser der Waschmaschine, der Spülmaschine oder der Dusche, die Toilettenspülung getätigt und so das Wasser besser genutzt.

Sonstiger Wasserverbrauch

Der sonstige Wasserverbrauch entfällt auf die weiteren Haushaltstätigkeiten wie Gartenpflege, Reinigung oder die Produktion unserer Speisen. Hier liegt das umweltfreundliche Verhalten eher an der Offenlegung des virtuellen Wassers.

Was ist Virtuelles Wasser?

Damit bezeichnet man den eigentlichen Wasserverbrauch, der bei der Produktion und Herstellung eines Produktes anfiel. Virtuelles Wasser wird unterschieden in grünes Wasser – Regenwasser und Bodenfeuchte, blaues Wasser der künstlichen Bewässerung und graues Wasser, welches kaum wiederverwendet werden kann, da es durch die Industrie verunreinigt wurde.

Virtuelles Wasser in der Industrie

Da die Industrie 19 Prozent des Wassers verbraucht, ist der Anteil entsprechend hoch. Mit dem Kauf von Produkten tragen wir entscheidend zum Wasserverbrauch bei. Ein Beispiel: Bei der Herstellung eines PKW können zwischen 20.000 bis 300.000 Litern Wasser verbraucht werden. Bei einer Jeans sind es bis zu 8.000 Liter. Insofern suchen Produzenten nach Möglichkeiten Wasser zu sparen oder recyceltes Wasser zu verwenden.

Es ist also sinnvoll immer zu hinterfragen, wenn wir Produkte anschaffen, wieviel Wasser dabei verbraucht worden sein könnte und ob es nicht vielleicht auch in Ordnung ist, ein gebrauchtes Produkt zu erwerben.

Virtuelles Wasser in der Landwirtschaft

Der größte Posten, des Wasserverbrauches entfällt aber auf die Landwirtschaft. Dabei hat unsere Ernährung einen entscheidenden Einfluss. So entfällt beispielsweise 56 Prozent des Wasserverbrauchs in den USA auf die Produktion von Pflanzen für Tierfutter. Gerade eine fleischarme, vegetarische oder vegane Ernährung wird immer öfter als umweltfreundlich empfohlen. So auch jüngst in einer umfangreichen Metastudie der Universität Oxford.

Zusammenfassung

Den Wasserverbrauch einzuschränken und bewusst darauf zu achten ist für eine nachhaltige Zukunft besonders relevant. Wie du siehst, gibt es viele verschiedene Ansatzpunkte, Wasser zu sparen. Du kannst für dich persönlich entscheiden, was einfach umzusetzen ist oder worauf du achten möchtest. Einen Beitrag kannst du auf jeden Fall täglich leisten.

https://resourcewatch.org/topics/water

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